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4:41
Ombre di Venezia
Das Album beginnt vor dem Anfang. Der erste Ton ist eine Fläche ohne Kontur, die sich über eine halbe Minute füllt, bevor überhaupt eine Tonart erkennbar wird. Das ist bewusst so gesetzt: Wer hier schon eine Melodie sucht, hört zu schnell.
Erzählt wird der Moment kurz vor dem Aufwachen, in dem der Tag noch keine Aufgaben hat. Die Erzählerin ist noch niemandem etwas schuldig. In diesem Zustand ist alles möglich, und deshalb ist er der einzige Punkt im Album, an dem nichts verteidigt werden muss.
Klanglich steht hier fast keine Farbe. Der Bogen des Albums setzt in einem gedeckten Indigo an, das kaum als Farbe wahrnehmbar ist. Alles, was später Violett, Rosa und Bernstein wird, ist hier nur angelegt.